Das logbuch accessibility will gar kein Standandwerk sein

Dankenswerterweise hat der Barrierekompass noch einen weiteren Blick in das Buch “logbuch accessibility” geworfen: “Für Sie gelesen: logbuch accessibility“.

Vielleicht sollte wirklich noch geklärt werden, ob das Ausland nur mit Hilfe von insertierten Briefmarken beschickt werden kann. Das ist ja schon etwas umständlich und altbacken. Daher konnte der Barrierekompass wohl nur auf den Ausdruck der PDF-Datei zurückgreifen.

Und ich möchte doch behaupten, dass immer noch ein – wenngleich weniger haptischer – Unterschied zwischen einer ausgedruckten Version und einer gebundenen besteht, aber der Beschreibung und Rezensionierung steht trotzdem nichts im Wege. :-) Was mir an der Rezension etwas unklar blieb und ich hier aufgreifen möchte, ist der Anspruch, der in Bereich und Thema “Barrierefreiheit” wohl immer noch besteht:

Natürlich reicht die Qualität der Beiträge und des gesamten Buches nicht an die bekannten Standardwerke aus diesem Bereich heran.

Quelle: Für Sie gelesen: logbuch accessibility

Auch wenn der Anspruch im Nachsatz gleich wieder relativiert wird, da sei ja wohl das Anliegen der Herausgeberinnen nicht gewesen, bleibt die Frage doch im Raum: Warum muss in diesem Bereich alles am Standardmaß ausgerichtet sein? Pierre Bourdieu würde wohl dazu sagen, dass barrierefreie Feld ist noch zu neu, es müssen erst Standards gesetzt werden, um diese wiederum in Frage zu stellen.

Es ist in der Tat so, dass es nur wenige Standardwerke in diesem Bereich gibt, und ich würde etwas ketzerisch sagen wollen, dass nicht jedes der vom Barrierekompass angeführten Werke tatsächlich in den Standard gehört. Vielmehr ist es schlicht so, dass es eben zu wenig Bücher zu diesem Thema bis dato gibt. Daher ist der Sammler logbuch accessibility so begrüßenswert, weil er eben das gar nicht will: ein Standardwerk sein.

Der Standard definiert sich in Feldern hauptsächlich durch Namen und Namen bestimmen Informations- und Netzwerkfluß. Das hat das Projekt gut unterlaufen mit der offenen Aufforderung zur accessibility blog parade und jetzt mit der bewußten thematischen Zusammenstellung der Ergebnisse dieser Aktion. Dadurch entstehen andere Gewichtungen im barrierefreien Feld, es sind nicht die immer gleichen Namen darin zu finden. Es sind weitere und neue Namen integriert worden – und das ist gut. Standards und Namen müssen auch in einem jungen Feld wie der Barrierefreiheit immer auch in Frage gestellt werden (können).

So – nun Schluß mit diesem Plädoyer! :-)

Eine Antwort auf „Das logbuch accessibility will gar kein Standandwerk sein“

  1. Ich würde es auch so sehen. Schon die Blog Parade selbst war der Versuch Menschen zu erreichen, die sich nicht “tagtäglich” mit Web Accessibility beschäftigen – wie ich selbst… Die Parade wollte wissen, wie einzelne BloggerInnen mit dem Thema umgehen, welche Gedanken sie dazu haben, was ihnen Schwierigkeiten bereitet und welche Ansätze sie gefunden haben.
    Das dies nunmehr in einem Buch zusammen gefasst ist, das mitsamt seinen Beilagen durchaus für viele lesenswert ist, ist ein mehr als angenehmer Effekt.
    Das logbuch ist kein Standardwerk und soll es eben gar nicht sein. Es soll die Buntheit (die Grafiken unterstreichen dies wohl), die Vielfalt und die Breite des Themas und die Facetten der Betrachtung durch “dich und mich” aufzeigen. Somit kann das logbuch aber vielleicht Menschen erreichen, die mit Standardwerken eher nichts anfangen oder nur von deren “Mächtigkeit” abgeschreckt sind.
    Für alle Mitlesenden: Am Besten ist aber – herunterladen oder bestellen und selbst mal ausprobieren :-)

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