Was ist mit cufón, typeface.js oder lettering.js?

Screenreader-Tauglichkeit

Getestet wurde mit aktuellen Screenreadern und Browsern:

  • JAWS 12 mit IE9 und Firefox 4
  • NVDA mit IE9 und Firefox 4
  • Windows Eyes 7.2 mit IE9 und Firefox 4
  • Cobra 9.1 mit IE9 und Firefox 4
  • VoiceOver und Safari 5 auf Mac

Und man würde ja meinen, das bisschen Text wird schon keine wirkliche Hürde sein. Aber die Hürde liegt in der Technik, im Parzellieren des Textes. Dazu kommt, dass das canvas-Element bis dato noch nicht vollständig barrierefrei ist. Wider Erwarten – weil alle ja immer so gerne bei JAWS abwinken – hat aber gerade JAWS alle Techniken und Hürden anstandslos genommen. Er lässt alle anderen Screenreader da weit hinter sich, ja auch NVDA.

Wenn die Vorlesequalität wenigstens ein wortweises, abgehacktes Ergebnis erreicht, wird das Ergebnis mit ja bewertet. Die jeweilige Einschränkung wird in Klammern hinzugefügt. Jedes andere Ergebnis ist einem Leser nicht zumutbar und wird mit einem nein bewertet. Sicherlich man kann sich darüber streiten, ob ein wortweises, abgehacktes Vorleseergebnis überhaupt tragbar ist – freilich ist das auch suboptimal. Aber immerhin kann  man den Sinn des Textes noch erfassen.

Screenreader-Tauglichkeit und cufón

ScreenreaderIE 9FF 4Safari
JAWSjaja
NVDAja (abgehackt)ja (abgehackt)
Windows Eyesja (abgehackt, bleibt auch einfach mal stehen)ja (abgehackt, bleibt auch einfach mal stehen)
Cobranein (nur Verlinkung)nein (nur Verlinkung)
VoiceOvernein

Einzig JAWS liest Überschrift und Text in normaler Weise, alle anderen haben so ihre Schwierigkeiten damit. NVDA liest beides vor, aber wortweise mit Pausen dazwischen, was stark abgehackt wirkt. Hat man eingestellt, dass Semantik mit angesagt wird wie etwa Überschriften, wird wortweise auch noch das mit kombiniert: Überschrift – dieselbe – Überschrift – alte etc. Also ein eher sehr unschöner Lesefluss.

Windows Eyes ist NVDA da recht ähnlich, ebenso stockend und wortweise, bleibt aber auch gerne mal im Satz schlicht stehen. Interessant bei fast allen Screenreadern mit Ausnahme von JAWS zu beobachten, dass nicht automatisch angefangen wird zu lesen, sondern  man muss per Tastatur durchgehen. Cobra hat völlig aufgegeben, den Inhalt zu lesen und liest nur, was herkömmlich erscheint – die Verlinkung, der Rest existiert für ihn nicht.

VoiceOver macht uns klar, dass es sich bei der Schriftersetzung um canvas-Elemente handelt und liest entsprechend vor: Bild – Bild – Bild – Bild. Erkennbar ist nur Herkömmliches, die Verlinkung. Auch gerne mal mit der Kombination Bild – Text. Also völlig unverständlich, wüsste man nicht, dass es sich um Text handelt.

Einige Audiobeispiele zu cufón:

Screenreader-Tauglichkeit und typeface.js

ScreenreaderIE 9FF 4Safari
JAWSjaja
NVDAjaja (abgehackt)
Windows Eyesjaja (lässt teilweise Text aus)
Cobraja (bleibt auch einfach im Satz stehen)ja (bleibt auch einfach im Satz stehen)
VoiceOvernein (aber wilde Mischung)

Im Vergleich zu cufón schneidet typeface.js besser ab. JAWS hat wieder keine Probleme den Text vorzulesen. NVDA etwas besser diesmal in Kombination mit dem IE 9, gleiches abgehacktes, wortweises Ergebnis jedoch mit FF 4. Diesmal schafft auch Windows Eyes in Kombination mit dem IE 9 den Text mit dem FF 4, aber bleibt da gerne einfach mal im Text stehen. Ähnliche Probleme hat Cobra mit dem Vorlesen des Textes, beginnt zügig, bleibt aber einfach im Text dann stehen.

VoiceOver diesmal etwas besser unterwegs, aber von einem verständlichen Vorlesen immer noch weit entfernt. Bei typeface.js kombiniert er das canvas-Element mit dem tatsächlichen Text im Element: Bild Überall – Bild dieselbe. Immerhin wird der Text erkannt, aber eine trotz allem unverständliche Mischung aus wortweiser Wiedergabe von Funktion und Inhalt.

Einige Audiobeispiele zu typeface.js:

Screenreader-Tauglichkeit und lettering.js

ScreenreaderIE 9FF 4Safari
JAWSjaja
NVDAnein (pro Buchstabe)nein (pro Buchstabe)
Windows Eyesja (abgehackt)ja (Verlinkung pro Buchstabe)
Cobranein (pro Buchstabe)nein (pro Buchstabe)
VoiceOvernein (pro Buchstabe)

Einige Audiobeispiele zu lettering.js:

Auch bei der Schriftmanipulation lettering.js hat JAWS keine Probleme, den Text normal zusammenhängend vorzulesen. Alle anderen Screenreader lesen den Text Buchstabe für Buchstabe vor, was den inhaltlichen Zusammenhang stark in Mitleidenschaft zieht. Windows Eyes schafft in Kombination mit dem IE 9 zumindest ein wortweises, etwas abgehacktes Vorleseerlebnis. In Kombination mit dem FF 4 tritt das Vorlesen pro Buchstabe nur in der Verlinkung auf, sonst ebenso wortweises Vorlesen.

Anhand dieser Bewertungen zeigt sich schon, dass letztlich nur JAWS wirklich mit diesen Techniken umgehen kann, der Rest der Screenreader hangelt sich da irgendwie durch.

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