Artikel

Wie verkauft man dem Kunden Barrierefreiheit?

Last modified: Februar 9, 2011

Joe Dolson wirft wieder die Frage auf, wie vermittelt man dem Kunden das Thema Barrierefreiheit: Accessibility and Client Expectations. Selling Accessibility

Er zieht sich auf den Standpunkt zurück, dass Barrierefreiheit kein Zusatzmodul sei, dass man quasi als Add-on dazukaufen könne. Barrierefreiheit sei eine grundsätzliche Herangehensweise an eine Webseite.

Selling accessibility as an add-on feature is simply a matter of taking advantage of the ignorance of the customer.

Quelle: Accessibility and Client Expectations. Selling Accessibility

Grundsätzlich stimme ich Dolson zu, der Gedanke des Add-ons ist aber durchaus in der Praxis so zu realisieren.

  • Um überhaupt dem Kunden das Thema Barrierefreiheit anbieten zu können, muss eine standardisierte Form bereits entwickelt worden sein. Man greift auf barrierefreie Standards zurück, die Entwicklungszeit gekostet haben. Auch Entwicklung muss bezahlt werden.
  • Obwohl beim Projektbeginn klar sein muss, ob das Projekt barrierefrei sein soll, gibt es dennoch graduelle Unterschiede, was man dem Kunden verkaufen kann.
  • Die Beispiele, die Dolson anführt, zeigen sicherlich nur ein eingeschränktes Verständnis von Barrierefreiheit, aber leider muss man noch heute dazu sagen: immerhin gibt es ein Verständnis von TABINDEX oder ACCESSKEYS.
  • Was immer eher unter den argumentativen Tisch gekehrt wird, sind jene Arbeiten, die weit über eine gemeine Standardisierung einer Webseite hinausgehen: das Testen und Optimierung mit Screenreadern. Das gehört dann mit zum Tagesgeschäft und ist zeit- und ressourcenaufwendig.

Deswegen kann ich der preislichen Kalkulation durchaus etwas abgewinnen, wenn man sagt, Optimierung für Barrierefreiheit kann auch was mehr kosten. :-) Und es ist Mike Cherim in seiner Antwort durchaus beizupflichten, dass Optimierung für Barrierefreiheit und Webstandards muss bezahlt werden. Die Frage ist, wo man ansetzen kann und wieviel der Kunde letztendlich bezahlt. Unbestritten ist, dass sehr viel Wissen und Erfahrung auf Seiten des Webproducers die erste Voraussetzung dafür sind.

Kommentare sind geschlossen.